Transparenz für Familien in Ostfildern | Wir haben Wahlprogramme verglichen & die Kandidat:innen befragt
Für viele Familien ist eine verlässliche, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ein zentrales Lebens- und Arbeitsbedingungen- Thema. In den vergangenen Monaten haben wir die Wahlprogramme der im Wahlkreis Esslingen/-Ostfildern antretenden Parteien systematisch auf ihre Aussagen zur Kinderbetreuung untersucht. Zugleich haben wir den Direktkandidat:innen unseres Wahlkreises einen kurzen Fragenkatalog mit konkreten Anliegen zukommen lassen und sie um eine schriftliche Stellungnahme gebeten.
In diesem Beitrag stellen wir Ihnen:
- eine konsolidierte Übersicht der Positionen aus den Wahlprogrammen,
- die schriftlichen Antworten der Kandidat:innen (verlinkte Dokumente), und
- unseren kompletten Fragenkatalog — damit Sie die Antworten selbst prüfen können.
Warum das aus unserer Sicht wichtig ist
Das Thema betrifft nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Fehlende oder unzuverlässige Betreuung verlagert Kosten auf Familien, Unternehmen und die öffentliche Hand. Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf Schulkindbetreuung und wiederkehrender Berichte über gekürzte Öffnungszeiten und Personalengpässe möchten wir, dass die Entscheidung zur Landtagswahl auf der Grundlage geprüfter und vergleichbarer Positionen getroffen werden kann.
Hinweis: Wir sind politisch neutral und geben keine Wahlempfehlung. Jedes Elternteil muss selbst entscheiden, welche Partei ihrer Ansicht nach das Interesse von Ihnen und ihren Kindern am besten vertritt.
Übersicht aus den Wahlprogrammen
Aus den Wahlprogrammen der Parteien haben wir eine konsolidierte Übersicht erstellt, die nachfolgend als PDF um Download bereitsteht:
Stellungnahmen der Parteien / Kandidat:innen
Bitte klicken Sie auf die Partei, um die vollständige Stellungnahme als PDF-Dokument einzusehen:
- CDU Baden-Württemberg
- SPD Baden-Württemberg
- FDP Baden-Württemberg
- DIE LINKE Baden-Württemberg
- DIE GRÜNEN Baden-Württemberg
- AfD Baden-Württemberg
(Hinweis: Die Antworten werden vollständig und unverändert veröffentlicht. Alle Parteien wurden angefragt und deren eingegangenen Stellungnahmen sind zum kommunizierten Stichtag berücksichtigt. Sollten weitere Stellungnahmen eintreffen, ergänzen wir die Liste fortlaufend.)
Unser Fragenkatalog
Unser Fragenkatalog mit den Originaltexten an die Parteien / Kandidat:innen:
1. Verlässlichkeit der Betreuung
Frage: Welche konkreten, kurzfristig wirksamen Maßnahmen plant Ihre Partei, um verlässliche Betreuungszeiten (z. B. Ganztagsangebote, vereinbarte Abhol-/Bringzeiten) auch bei Personalengpässen dauerhaft sicherzustellen? Bitte nennen Sie Zeitplan und Finanzierungsquelle.
2. Personalgewinnung und -bindung
Frage: Welche Maßnahmen will Ihre Partei ergreifen, um genügend Fachkräfte für Kitas und Schulkindbetreuung zu gewinnen und zu halten (z. B. Vergütung, Ausbildungskapazitäten, Quereinstiegsprogramme, tarifliche Regelungen, Arbeitszeitmodelle)? Nennen Sie messbare Ziele und das dazugehörige Budget.
3. Schulkindbetreuung / Ganztag und Übergänge
Frage: Wie möchte Ihre Partei die koordinierten Übergänge zwischen Hort, Offener Ganztagsschule (OGS) und schulischen Ganztagsangeboten sowie verlässliche Ferienbetreuung sicherstellen? Welche Mindestpersonalschlüssel und Qualitätskriterien sollen gelten? Wie gehen Sie damit um, wenn vorhandene Plätze für die Erfüllung des Rechtsanspruchs ab dem Schuljahr 2026/2027 für die neuen Erstklässler nicht ausreichen, um den Platzbedarf zu decken?
4. Notfall-/Ersatzkonzepte & Qualitätswahrung
a) Frage: Welche rechtlichen/operativen Vorgaben schlagen Sie vor, damit bei kurzfristigen Personalausfällen Betreuungszeiten nicht einseitig reduziert werden (z. B. verpflichtende Vertretungsreserven, Poolkräfte, kooperative Ersatzmodelle zwischen Trägern)?
b) Frage: Welche Betreuungsformen sind Ihnen als Partei besonders wichtig und welche Maßnahmen sehen Sie als notwendig an, damit die Kinder qualitätsgesichert betreut und gebildet werden?
5. Kapazitätsausbau & Infrastruktur
Frage: Welche konkreten Ausbau- und Modernisierungspläne (Platzschaffung, Tagesstruktur, Raumausstattung) fördern Sie für städtische und freie Träger — und wie stellen Sie sicher, dass Bedarfe in einzelnen Kommunen (z. B. wachsende Ortsteile) priorisiert werden?
6. Transparenz, Monitoring und Bürgerbeteiligung
Frage: Wie will Ihre Partei Verlässlichkeit, Personalsituation und Betreuungsqualität regelmäßig messen und öffentlich berichten (Indikatoren, Mindestberichtspflichten, Sanktionen bei Nichterfüllung)? Wie werden Eltern und Beschäftigte in die Lösungsfindung eingebunden?
7. Finanzierbarkeit
Frage: Wie sollen die erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der vorstehenden Antworten finanziert werden?
Ein großes Dankeschön
Wir danken den teilnehmenden Parteien und Kandidat:innen ausdrücklich für die Zeit und die Bereitschaft zum Dialog. Transparente Antworten machen es Familien möglich, die Versprechen mit den Programminhalten abzugleichen und fundiert zu entscheiden.
Ein besonderer Dank gilt auch allen Unterstützer:innen und Ehrenamtlichen, die unsere Initiative möglich machen — nur gemeinsam bekommt das Thema die nötige Sichtbarkeit.
